Frühling auf Island: Flora und Fauna - dort vor allem die heißgeliebten Pferde - stehen in vollem Saft. Und auch die Menschen in dem abgelegenen Tal sind nicht immun gegen den Lockruf der Natur, lediglich notdürftig gebändigt vom allzeit wachen Blick der Nachbarn und dem selten wohlwollenden Urteil über die erschnüffelten kleinen Geheimnisse ihres Nächsten. Ob die Liebe zwischen zwei besessenen Pferdenarren trotz unerwünschter Paarung ihrer Lieblinge noch erblühen kann, oder ob die gleichzeitige Leidenschaft für Pferde und Wodka ins Verderben führen muss: Man weiß Bescheid... (v.f.)
Sie performen den Song ihres Lebens. Singen von Liebe oder Krieg und der Bitte um Vergebung. Es sind starke Stimmen zu wehmütigen Melodien. Sie gehören Betrügerinnen, Dealern oder Mördern in russischen Gefängnissen. Alle träumen davon, beim Gesangswettbewerb "Kalina Krasnaja" (deutsch: "Roter Holunder"), mitmachen zu dürfen. Jeder der rund 700.000 Gefangenen in ganz Russland kann sich bewerben. Für Natalia Abaschkina, Regisseurin der Show, ist die Arbeit mit den Gefangenen eine Berufung. Unermüdlich reist sie durch das Land, sucht Talente und kümmert sich um ihre Schützlinge. Der Film erkundet eine eigene Welt hinter den Gefängnistüren, spiegelt eine von Brutalität und Willkür geprägte Gesellschaft - und stößt auf Menschen, die ausgerechnet in den Straflagern ihre künstlerische Seele entdecken.
Paul Lacoste begleitet mit der Kamera 15 Erntehelfer bei der spätsommerlichen Traubenlese auf einem französischen Weingut. Dabei erzählt der Film über die individuellen Lebenswege und Schicksale jener Menschen, die hier der Saisonarbeit nachgehen. Einige sind aus Existenznot gezwungen, weil sie keine Festanstellung finden, andere, wie eine Familie, entscheiden sich aus dem Streben nach Unabhängigkeit für den befristeten Job. Sie alle aber eint die oft harte, aber durchaus auch erfüllende Tätigkeit an der frischen Luft. (v.f.)
Nachdem ihre Tochter die Schule gewechselt hat, müssen Piv und Ulrik direkt an der berühmten jährlichen Klassenfahrt mit Kindern und Eltern teilnehmen, bei der sie um einen Platz in der Elterngruppe der neuen Klasse kämpfen. Sie werden konfrontiert mit einer festgefahrenen Machtstruktur und dominanten Eltern. Es gilt nun, alle Hürden zu überwinden, um in der Elterngemeinschaft anerkannt zu werden - aber was sind sie bereit, für ihr Kind zu tun? (Quelle: Verleih)
Wir leben in einer Welt, in der Medizin weiß und steril ist und nur Ruhe und Ordnung Heilung versprechen. Einer Welt, in der verweste Ziegenköpfe und Hühnerfedern, sonderbare Puppen und fremde Amulette keinen Platz haben und meist Unverständnis und sogar Ekel und Angst hervorrufen. Der Film "Voodoo - Die Kraft des Heilens" versucht deshalb, unseren Blick für diese Religion zu öffnen und uns Einblick in Zeremonien, Strukturen und Rituale zu geben, die Außenstehenden sonst verschlossen bleiben. (j.b.)
Der Präsident, einst Volksheld und Befreier seines Landes, wird entmachtet und muss in die wilde Gebirgsregion seiner Heimat flüchten, begleitet nur von einer Handvoll treuer Anhänger. In der Hoffnung auf loyale Unterstützer zu stoßen und die Macht wiederzuergreifen, ziehen sie über schneebedeckte Berge und unwegsame Pässe, durch tiefe Wälder und reißende Ströme - voll Schönheit und Gefahren. Durch den ständigen Wechsel der Verstecke versucht die Gruppe, ihren Gegnern zu entkommen, doch ein unsichtbarer Verfolger setzt sie unter unerschütterlichen psychologischen Druck. Die all umschließende Natur, ihr Zufluchtsort, stellt sich als unberechenbare Gewalt heraus, die sich jederzeit gegen sie wenden kann. Und auch nicht jedes abgelegene Heim ist von verbündeten Seelen bewohnt. Die Reise wird zu einer rastlosen - zwischen Vertrauen und Misstrauen, zwischen Hoffnung und Zweifel. Wem kann der Präsident noch trauen? Seine Träume, die Vergangenes heraufbeschwören, beginnen sich mit der Wirklichkeit zu verweben. Langsam verschwimmt das Ziel vor seinen Augen und das frühere Staatsoberhaupt muss sich einer folgenschweren Entscheidung stellen. In dichten Bilderströmen und im wechselvollen Takt von Aufbruch und Stillstand erzählt "Vor dem Frühling" eine poetische Geschichte über die Zusammenhänge von Macht und ihre Auswirkungen auf die Menschen. Regisseur George Ovashvili kehrt nach "Die Maisinsel" mit einer allegorischen Reise in die Tiefen der menschlichen Seele und in die Schönheit und Urgewalt der Natur zurück. (Text: Verleih)
Drei Liebesgeschichten in einem Film. Dieser moderne Reigen ist geprägt von dem Dilemma von Krieg und Gewalt: Ein verfolgtes albanisches Mädchen wird versteckt von einem jungen mazedonischen Mönch. Später wird sie von ihrem eigenen Bruder erschossen. Auch in London ist man seiner Haut nicht sicher: Eine Londoner Fotoredakteurin verliert ihren Ehemann durch die Schüsse eines Terroristen. Ein Film über den ost-westlichen Wahn.
1934 verließ der Schriftsteller Stefan Zweig seine Heimat Österreich. Mit diesem Schritt kehrte er Europa, dessen nahen Untergang er kommen sah, für immer den Rücken. Stationen seines Exils wurden Rio de Janeiro, Buenos Aires, New York und Petrópolis, in denen der berühmte deutschsprachige Autor mit offenen Armen empfangen wurde. Doch die Sehnsucht nach seiner alten Heimat sollte Zweig bis an sein Lebensende verfolgen. (v.f.)